Energie

Bild: Tobias M. Eckrich

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Die größte globale Herausforderung unserer und folgender Generationen ist der Umgang mit der Natur und dem Klima auf unserem Planeten. Der nachhaltige Umgang mit begrenzten Ressourcen gehen jeden Einwohner unserer Landkreise direkt an. Um die Auswirkungen unseres Handelns auf das Klima zu begrenzen, müssen wir alle auf allen Ebenen unseren Beitrag leisten. Einerseits muss die Energiegewinnung von fossilen auf generative und regenerative Quellen umgestellt werden, andererseits müssen wir mit der vorhandenen Energie sorgsamer umgehen.

Dezentrale und regenerative Energien demokratisch mit Bürgerbeteiligung fördern

Mit der Energiewende ist auch die Zeit der Großkraftwerke vorüber. Den Ausfall der Atomkraft mit neuen Kohlekraftwerken kompensieren zu wollen, halten wir für einen Irrweg. Stattdessen müssen kleine dezentrale Kraftwerke auf ökologisch vertretbare Weise unseren Energiebedarf decken.

Wir bevorzugen hierbei Finanzierungsmodelle, die den Bürger an der Anlage beteiligen und ihm das größtmögliche Mitspracherecht geben.

Biogas

Biogasanlagen nutzen organische Materialien wie Lebensmittelreste, Dung oder hierfür angebaute Pflanzen zur Produktion von Gas, das zur Energiegewinnung verbrannt werden kann. Ein wesentlicher Aspekt für uns als Piratenpartei ist hierbei, dass die Energieproduktion niemals in Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung stehen darf. Die Umwandlung von Anbauflächen für Nahrungsmittel in Gebiete zum Zwecke der Energiegewinnung lehnen wir daher strikt ab.

Geothermie

Auch Geothermie kann eine Quelle umweltfreundlicher Energie darstellen. Daher werden wir auch diese Form der Energiegewinnung für einen modernen Energiemix in Betracht ziehen. Hier sind weitere entsprechende geologische Voruntersuchungen anzustellen und zu finanzieren. Die negativen Erfahrungen mit »aggressivem Wasser« (Wasser, das Feststoffe angreift) verlangen im Bereich Geothermie weitere an die Situation in der Region angepasste Strategien.

Ölförderung

Aufgrund des stetigen Ölpreisanstiegs wird die Ölförderung mit modernen Methoden auch aus kleineren und ehemaligen Ölfeldern wieder attraktiv. Wir betrachten die Energiegewinnung durch Verbrennung fossiler Brennstoffe als unzeitgemäße Technologie und stehen der Förderung kritisch gegenüber. Selbst die Kommunen können kaum auf Einnahmen über diesen Weg hoffen. Fracking, hauptsächlich in der Gasförderung eingesetzt, lehnen wir als Fördermethode ab.

Solarenergie

Wir leben in einer der sonnenreichsten Regionen Deutschlands, weshalb bei der Energiewende die Solarenergie für uns eine besondere Rolle spielt. Wir fordern die Dachflächen öffentlicher Gebäude nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung konsequent für die Energiegewinnung zu nutzen. In Neubaugebieten sollten Gebäudeausrichtung und Dachneigung auf die zukünftige Nutzung der Sonnenenergie hin optimiert werden.

Wichtig ist hierbei auch der Brandschutz. Die Feuerwehren vor Ort müssen geschult werden, um den richtigen Umgang (nach VDE 0132) mit möglicherweise stromführenden elektrischen Anlagen zu beherrschen.

Windenergie

Die Windenergie ist eine der Schlüsseltechnologien zur Umstellung der Energieproduktion. Wir befürworten den Ausbau, stellen ihn jedoch auch unter klare Bedingungen. Aus Lärmschutzgründen müssen Mindestabstände zu Siedlungsgebieten streng eingehalten werden. Der Bau darf nur dort stattfinden, wo er wirtschaftlich ist. Für zukünftige effizientere Anlagen kann eine Ausweisung von weiteren Flächen im Flächennutzungsplan jedoch bereits heute erfolgen.

Die Genehmigung zum Bau neuer Windenergieanlagen darf nicht durch vorgeschobene Argumente hinsichtlich des Landschaftsbildes blockiert werden. Allerdings ist im Gegenzug darauf zu achten, dass zur Errichtung von Anlagen die notwendige Infrastruktur wie Zufahrtsstraßen und Stromleitungen ohne gravierende Einschnitte in die Natur eingerichtet werden kann. Ebenso sind die Naturschutzbelange auf den Höhen des Nordschwarzwalds zu beachten.

Wasserkraft

Wasserkraft die größte regenerative Energiequelle der Welt und die umweltverträglichste Form der Energiegewinnung. Schon seit alters her wird die Wasserkraft von Rhein und Murg intensiv genutzt. Mit dem Rheinkraftwerk Iffezheim und dem Rudolf-Fettweis-Werk in Forbach sind zwei leistungsfähige Anlagen in Betrieb. Zahlreiche weitere Kraftwerke entlang der Murg nutzen ebenfalls diese umweltfreundliche Energiequelle. Die weitere Nutzung der Wasserkraft soll daher gefördert werden. Dabei sind Belange der Umweltverträglichkeit, wie z. B. Fischtreppen, zu berücksichtigen.

Wir unterstützen die Fortführung der Planungen für ein Pumpspeicherwerk Forbach durch die EnBw. Die möglichen Standorte des dafür notwendigen Oberbeckens stellen bei einer Realisierung jedoch einen erheblichen Eingriff in empfindliche und schutzbedürftige Lebensräume und Landschaftselemente dar. Die Standortwahl hat daher anhand objektiver Kriterien unter Zugrundelegung einer hohen fachlichen Bearbeitungstiefe und möglichst umfassender Fachdaten zu erfolgen. Nur so kann das Ziel erreicht werden, die naturschutzfachlich am wenigsten unverträgliche Variante auszuwählen und ggf. umzusetzen.

Energieversorgung öffentlicher Gebäude, Betriebe, Flächen o. ä.

Die Städte und Gemeinden sollten beim Ausstieg aus der Atomenergie mit gutem Beispiel vorangehen und kurzfristig die Stromversorgung von öffentlichen Gebäuden, Betrieben und Flächen auf erneuerbare Energien umstellen. Mittel- bis langfristig fordern wir eine möglichst hundertprozentige Selbstversorgung mit Strom.

Kommunale Gebäude

Immobilien der Kommunen sollten energieoptimiert und ökologisch betrieben werden. Mögliche Maßnahmen sind hier die Prüfung und Verbesserung der Gebäudeisolierung, die Umstellung alter Heizsysteme auf regenerative Energieträger wie Holzpellets oder Optimierung des Energieverbrauchs von Klima- und Beleuchtungsanlagen und anderen Geräten. Neubauten sollen mindestens Passivhausstandards entsprechen, also mindestens so viel Energie produzieren, wie die Heizsysteme verbrauchen.

Energiesparende Straßenbeleuchtung

Die Beleuchtungssysteme der Kommunen sind auf Energieeffizienz zu prüfen und gegebenenfalls durch entsprechende Maßnahmen wie den Einsatz moderner Leuchtmittel anzupassen.