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Piraten sehen Stellungnahme des Verkehrsministeriums zur Zukuft der S41 kritisch

Hartmut Bäumer, Amtschef im Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur, versucht offenbar, Wogen zu glätten. In einer Stellungnahme vom 14.06.2013 sicherte er Landrat Jürgen Bäuerle auch langfristig die Stadtbahnanbindung an die Karlsruher Innenstadt zu. Bäumer stellt dabei die Vorzüge des »konventionellen Eisenbahnverkehrs« heraus und führt unter anderem eine höhere Geschwindigkeit und mehr Komfort ins Feld.

Die Piratenpartei vor Ort hält dies für Augenwischerei. Sie gibt zu bedenken, dass der von Bäumer angegebene Geschwindigkeitsvorteil nur erzielt werden kann, wenn im Gegenzug – wie bei der bereits bestehenden S31/S41-Eilzugverbindung – nur noch an größeren Bahnhöfen gehalten wird. Hierdurch jedoch würde eine beträchtliche Zahl von Bedarfshaltestellen vom Netz abgekoppelt. Zudem werde die Höchstgeschwindigkeit auch durch die Steigung insbesondere im oberen Murgtal beschränkt. Des Weiteren seien die eingesetzten Stadtbahnwagen in punkto Komfort nicht zu bemängeln.

Letztendlich gehe es also wohl doch wieder ausschließlich um den Kostenaspekt: »Es soll gespart werden – und dies zu Lasten der Bürger im ländlichen Raum, die auf eine schnelle Verkehrsanbindung angewiesen sind.  Mit dem Loblied auf den ›konventionellen Eisenbahnverkehr‹ versucht man im Landesverkehrsministerium, den Bürger zu beschwichtigen«, so Heinz Kraft, Direktkandidat der Piraten im Wahlkreis Rastatt/Baden-Baden. »Die Piratenpartei tritt solchen Sparplänen entschieden entgegen. Statt den ÖPNV immer weiter einzuschränken, ist es dringend erforderlich, das Angebot auszuweiten. Dies dient sowohl der Umwelt als auch der Verkehrsentlastung insbesondere auf der vielbefahrenen B462. Im Kommunalprogramm wurden daher bereits Forderungen nach zusätzlichen Bahnen in den Wochenendnächten und einer Erweiterung des Angebots an Anruflinientaxis (ALT) verabschiedet. Aber auch ein Testbetrieb des fahrscheinlosen ÖPNV im Bereich der Murgtalbahn wäre denkbar. Das Konzept einer umlagefinanzierten Nahverkehrsversorgung wird als vollkommen kostenloses Angebot bereits in Städten wie Hasselt (Belgien) und Tallin (Estland) erfolgreich umgesetzt.«

Statt sich jedoch mit innovativen und bürgerorientierten Konzepten zu befassen, setzt die Landesregierung ganz auf eine Kosteneinsparung durch Verringerung der Serviceleistungen. Der erhoffte Wettbewerb durch eine europaweite Ausschreibung des Verkehrs auf der Murgtalbahnstrecke wird absehbar zu weiteren Komforteinbußen führen. Die Nutzung des günstigen KVV-Kombitickets für die Fahrt in die Karlsruher Innenstadt wäre Pendlern nicht mehr möglich, wenn andere Betreiber die Verbindung dorthin übernähmen.

»Wenn die Landesregierung über eine Milliarde Euro in einen schlecht geplanten Tiefbahnhof in Stuttgart investieren kann, dann sollten auch ein paar tausend Euro für den Erhalt der hohen Qualität der Murgtalbahn zur Verfügung stehen«, so Kraft weiter. »Statt mit dem Wechsel zu regulären Zügen insbesondere die kleinen Bedarfshaltestellen vom ÖPNV abzuhängen, muss der Verkehr auf der Murgtalbahnstrecke weiter ausgebaut werden – auch und gerade im Hinblick auf den kommenden Nationalpark. Es muss gewährleistet sein, dass auch in Zukunft Taktung und Haltestellen der S41 beibehalten werden. Lediglich die bereits jetzt bestehende Eilzugverbindung könnte gegebenenfalls auf einen Betrieb mit reinen Eisenbahnfahrzeugen umgestellt werden. Ansonsten muss die Stadtbahn als Lebensader des gesamten Murgtals auch über die gesamte Strecke bis Freudenstadt weiter Bestand haben. Gegen eine Verschlechterung der bestehenden ÖPNV-Bedingungen ausschließlich mit dem Ziel der Kostenersparnis werden wir uns mit allen Mitteln wehren.«

Quellen:

Stellungnahme von Hartmut Bäumer
http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/121006/

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